MC-Bauchemie AG als Gastgeber der diesjährigen GV des WTA Schweiz

Kloster Rathausen
Am 4. Mai 2017 hat im Kloster Rathausen in Ebikon die Generalversammlung der schweizerischen Sektion der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege (WTA) stattgefunden. Gastgeber der Veranstaltung war die MC-Bauchemie AG.

Prof. Dr. Felix Wenk, der Präsident der WTA Schweiz leitete die Generalversammlung, die mit 26 Teilnehmern gut besucht war.

Im Anschluss an den formellen Teil der Versammlung referierte Herr Dr. Andreas Zahn (MC-Bauchemie) über die Probleme, die mit eindringender Feuchtigkeit mitgeführte Salze in historischen Mauerwerksbauten verursachen können. Anhand von grafischen Modellen erklärte er am Beispiel von Natriumsulfat eindrücklich die Volumenvergrösserung, die Salzkristalle durch die Einbindung von Kristallwasser erfahren. Bei diesem Prozess, der abhängig ist vom Feuchtigkeitshaushalt des Bauwerkes, können in der Baustoffmatrix Quelldrücke von 25 MPa und mehr entstehen, die Putze, Mörtel, Ziegelsteine und andere Baustoffe über die Jahre kontinuierlich zerstören.

Eine zuverlässige traditionelle Lösung, um diese Schadensprozesse zu verhindern, ist die vollständige Abdichtung des Bauwerks gegen Wässer mit Salzlast, zum Beispiel durch Aussenabdichtungen, Horizontalsperren etc. Insbesondere in historischen Bauwerken sind solche Massnahmen im Bestand aber oftmals nicht möglich oder nicht gewünscht. Für diese Fälle ist der Exzellent Feuchteregulierungsputz eine einzigartige revolutionäre Lösung: Im Unterschied zu herkömmlichen Putzen gibt er im Bauwerk vorhandene Feuchtigkeit leicht an die Luft ab und lässt dabei mitgeführte Schadsalze an seiner Putzoberfläche auskristallisieren. Die Porenstruktur des Putzes ist so geformt, dass der Salztransport dauerhaft funktioniert, die Poren sich nicht mit Salzen sättigen und infolgedessen auch langfristig keine Schädigung des Putzes oder damit geschützter Bauteile durch Kristall(um)bildungsprozesse geschieht.

Im dritten Teil der Veranstaltung wurde im Rahmen einer Begehung das Klostergebäude Rathausen vorgestellt. Herr Kurt Brun, Architekt und Mitglied der Geschäftsleitung der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern (SSBL), der Eigentümerin des Klosters Rathausen, stellte die Geschichte der Anlage vor, die in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück reicht. Die aktuelle Bausubstanz des ehemaligen Zisterzienserklosters geht auf das Jahr 1903 zurück, als das Gebäude fast auf die Grundmauern abgebrannt war und anschliessend mit zahlreichen Modifikationen wieder aufgebaut wurde. 1983 konnte die SSBL das Gelände und die Liegenschaft des Klosters Rathausen vom Staat übernehmen und zwischen 2012 und 2016 im Rahmen des Masterplans Rathausen so um- und ausbauen, dass es heute 300 schwerbehinderten Bewohnerinnen und Bewohnern und 100 weiteren Tagesbeschäftigten ein würdiges Leben in zeitgemässen Wohn- und Beschäftigungsstrukturen ermöglicht. Die Bausubstanz des historischen Klostergebäudes wurde dabei mit grosser Sorgfalt in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege renoviert, wobei man sich darauf verständigt hat, den Wiederaufbau von 1903 als Ursprungszustand und damit als Referenz zu betrachten.

Herr Antonio Pungitore (Fa. Knöchel + Pungitore AG), der im Rahmen des Masterplans für die anspruchsvollen Restaurationsarbeiten sowohl an den Fassaden als auch der Putze im Innenbereich verantwortlich zeichnete, berichtete über die Suche nach dem Ursprungszustand, die mangels Akten nicht einfach war. Ein technisches Problem, das sich stellte, war eindringende und kapillar aufsteigende Feuchtigkeit an den Kellerwänden und sowohl innen als auch aussen im Sockelbereich verbunden mit den typischen Schädigungen der Bausubstanz durch die mitgeführten Salze. Während Herr Pungitore für alle sonstigen Putzarbeiten auf projektspezifische Baustellenmischungen setzte, hat er sich für die feuchtigkeits- und salzbelasteten Bereiche auf die bewährte Exzellent-Feuchteregulierungs-Putz-Technologie verlassen, die er bereits seit Jahren an zahlreichen Baudenkmälern mit grossem Erfolg eingesetzt hat.

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten ein Apéro im Kreuzgang des Klosters und ein ausgezeichnetes Abendessen im Restaurant pro nobis.

Bildlegende:

  • 1) Prof. Dr. Felix Wenk, Präsident der WTA Schweiz leitete die Generalversammlung
  • 2) Dr. Andreas Zahn referierte über den Feuchteregulierungsputz Exzellent
  • 3) Herr Kurt Brun (rechts) und Herr Antonio Pungitore führten durch das Kloster und berichteten über die Geschichte und die Restaurierung des Gebäudes
  • 4) Südwestfassade des Klosters Rathausen

Weiterführende Links:

WTA Schweiz

Stiftung für Schwerbehinderte Luzern SSBL