Untergrundvorbereitung

Vor dem Beschichten der Böden in einem Parkhaus oder einer Tiefgarage muss der Untergrund vorbereitet werden. Dies geschieht meistens durch Strahlen oder Schleifen. Dadurch wird die Tragschicht gereinigt und aufgeraut, um den dauerhaften Verbund zwischen Stahlbeton und Beschichtung zu erreichen und die Funktion des gesamten Bodenaufbaus langfristig sicherzustellen.

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Bestandsaufnahme

Vor der Untergrundvorbereitung legt der verantwortliche Bauleiter die zu bearbeitende Bodenfläche fest. Er vereinbart mit den Handwerkern die ersten Arbeitsschritte und sorgt für Baufreiheit. Zusätzlich dokumentiert er den Zustand des Betons und leitet daraus Lösungen für vorhersehbare Störungen der Beschichtungsarbeiten ab. Dazu gehören zum Beispiel der Umgang mit Rissen und mit Wasser, das in die Parkgarage eindringt und auf die zu beschichtenden Flächen läuft.







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Kugelstrahlen

Die Böden von Parkhäusern und Tiefgaragen werden vor dem Beschichten meistens durch staubfreies Kugelstrahlen vorbereitet. Beim Kugelstrahlen schleudert eine Strahlmaschine kleine Stahlkügelchen mit hoher Geschwindigkeit auf die Betonoberfläche. Beim Aufprallen lösen sie Zementschlämme, Schmutz und andere haftungsmindernde Stoffe  ab. Das Gemisch aus Kügelchen und abgelösten Partikeln wird von der Strahlmaschine abgesaugt und voneinander getrennt. Die Stahlkügelchen wandern in den Kreislauf zurück, die abgelösten Partikel werden aufgefangen und entfernt. Staubfreies Kugelstrahlen schont den Beton und erzeugt eine mikroskopisch feinraue Oberfläche. Dadurch wird die Kontaktfläche zum Beschichtungssystem vergrößert und der bestmögliche Haftverbund sichergestellt.

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Schleifen

Beim Einbau der Beschichtung in einer Parkgarage können manche Teilflächen nicht durch Kugelstrahlen vorbereitet werden, zum Beispiel senkrechtee Bauteile (Stützen, Wandsockel) sowie Ecken und Ränder des Bodens. In vielen Ländern außerhalb Europas ist sogar das vollflächige Schleifen des gesamten zu beschichtenden Bodens üblich. Ein Vorteil des Schleifens ist der geringe Abtrag von Substrat, was den Aufbau des Beschichtungssystems vereinfacht. Das Risiko des Schleifens besteht darin, nicht alle haftungsstörenden Stoffe zu entfernen und die Fläche zu glatt zu schleifen. Entscheidend für ein gutes Ergebnis sind eine leistungsstarke Diamantschleifmaschine und das sehr gründliche Absaugen des Schleifstaubs. Sollen vorhandene Kunstharz-Beschichtungen aufgefrischt werden, ist Schleifen die heute übliche Technologie zur Aktivierung des Altbelags.

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Fräsen

Manchmal müssen Teilflächen eines Parkhausbodens durch Fräsen vorbereitet werden. Typische Beispiele sind das Entfernen von verölten oder nicht tragfähigen Betonschichten. Auch alte, chlorid-kontaminierte Estriche und alte Beschichtungen werden oft herausgefräst und ersetzt. Gefräste Teilflächen müssen vor dem Aufbringen des neuen Beschichtungssystems unbedingt gestrahlt werden, um Staub und gelockerte Zuschlagstoffe zu entfernen. Weil beim Fräsen hohe Kräfte auf den Beton einwirken und sein Gefüge schädigen können, wird Fräsen nur in begründeten Fällen angewandt.






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Qualitätssicherung

Der verantwortliche Bauleiter prüft das Ergebnis der Untergrundvorbereitung per Augenschein und protokolliert das Ergebnis im Bautagebuch. Er notiert alle sichtbar gewordenen Auffälligkeiten, zum Beispiel Risse, Fehlstellen und Undichtigkeiten, um mit dem Bauherrn und den Fachhandwerkern die daraus abzuleitenden Maßnahmen festlegen zu können. Anschließend sorgt der Bauleiter für die Messung von Abreissfestigkeit, Rautiefe und eventuell Feuchtegehalt der Betonrandzone und protokolliert die Messwerte. Ist alles in Ordnung, nimmt er die Untergrundvorbereitung ab und gibt den Boden zur Beschichtung frei.

 

 

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